w_becker Wolfgang Becker
Fach: MNK / Sachunterricht / Physik
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Thema der Dissertation:

Auswirkungen unterschiedlicher experimenteller Repräsentationen auf Leistung und Wissen über das Experimentieren bei Grundschulkindern

 

Hintergrund

Im Promotionskolleg "Mathematisch-naturwissenschaftliches Lernen in lebensnahen Anwendungskontexten" werden Schülerexperimente und die Anbindung des Unterrichts an alltags- und anwendungsnahe Kontexte in den Blick genommen. Ziel des Kollegs ist es, entsprechende Unterrichtseinheiten einzusetzen und die damit initiierten Lernprozesse zu untersuchen.
Im Teilkolleg Schwäbisch Gmünd liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung der Auswirkung unterschiedlicher Experimentiersituationen innerhalb der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung auf die Kompetenzerwartung und die Leistung der Lernenden. Als externes Mitglied des Kollegs übernehme ich die Aufgaben-stellung für den Bereich der Grundschule und darin den Arbeitsbereich Sachunterricht, der im Fächerverbund MNK (Mensch, Natur und Kultur) integriert ist.

 

Fragestellung

In der Studie soll zum einen untersucht werden, welche Auswirkungen die Art des Experiments bzw. des Experimentierens auf die Leistung hat. Mit unterschiedlicher Art sind dabei explizit visuelle, virtuelle und reale Experimente gemeint.
Als Hintergrund dient die Annahme, dass alle drei Möglichkeiten in ähnlicher Weise im Unterricht wirksam sind, die Wirksamkeit eines Realexperiments sich von der der Alternativen also nicht unterscheidet.
Weiterhin soll untersucht werden, welches Verständnis die Schülerinnen und Schüler über die Funktion des Experiments im Erkenntnisprozess in diesem frühen Alter gewinnen können.

 

Ziele

Das Ziel ist die Gewinnung von Erkenntnissen über die Zugangsmöglichkeiten und deren Wirksamkeit beim Lernprozess der Schülerinnen und Schüler. Das Lernergebnis wird in Leistungstests ermittelt. Weiter soll die Kompetenzerwartung an Hand eines Fragebogens ermittelt werden, da hiermit Erkenntnisse über das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten nach einem Lernabschnitt gewonnen werden sollen.

 

Ausgangssituation

In einer veränderten und sich weiter verändernden Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, in der mediale Elemente wie Fernsehen und Computer immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist grundsätzlich nicht mehr davon auszugehen, dass ausschließlich handlungsorientierter Unterricht die besten Erfolgsaussichten bietet.
Nahezu jeder Haushalt verfügt bereits bei Geburt der Kinder über diese Medien. Der natürliche Einfluss auf das Heranwachsen der Kinder ist somit vorhanden. Wie stark und gravierend dieser Einfluss ist, soll in dieser Studie näher beleuchtet werden und zu Erkenntnissen über eine Verbesserung und Optimierung im Lernprozess führen. Hierbei werden drei Probandengruppen gebildet. Die erste Gruppe lernt mit Hilfe einer Videosequenz, die zweite mittels einer Computersoftware und die dritte Gruppe lernt handelnd mit konkretem Material. Der inhaltliche Lernstoff ist jeweils der Selbe und bezieht sich auf Themen der Elektrizitätslehre. Zur Auswertung werden identische Fragebögen für den Leistungstest und Fragebögen für die Einschätzung der Funktion des Experiments für alle drei Probandengruppen verwendet.

 

Methodische Vorgehensweise

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt mittels quantitativer Forschungsmethoden. Der angestrebte Untersuchungstypus der Studie entspricht dem einer klassischen Querschnittsuntersuchung. Die Auswahl der Probandinnen bzw. der Probanden erfolgt mittels Zufallsstichproben, welche innerhalb der Klassenstufen 3 und 4 der Grundschule entnommen werden. Die Erhebung der Daten erfolgt unter Verwendung von Fragebögen.

 

Arbeitsprogramm

  1. Konzeption von Unterrichtssequenzen
  2. Entwicklung der Unterrichtsmaterialien
  3. Erstellung und Erweiterung des Testinstrumentariums. Zentral ist hier die konzeptionelle Gestaltung von Erhebungsinstrumenten zur Erfassung der Leistung und der Kompetenzerwartung.
  4. Durchführung der Studie
  5. Auswertung der Daten
  6. Publikation der Ergebnisse

 

Literatur

  • Schwarzer R. / Jerusalem M. (2002). Das Konzept der Selbstwirksamkeit. In: Zeitschrift für Pädagogik (S. 28-53) Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2002
  • Einsiedel, W. (2002). Empirische Forschung zum Sachunterricht – ein Überblick. In: Spreckelsen/Möller/Hartinger (Hrsg.) Ansätze und Methoden empirischer Forschung im Sachunterricht, Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn 2002
  • Köhnlein, W. (2006). Thesen und Beispiele zum Bildungswert des Sachunterrichts, In: Cech/Fischer/Holl-Giese/Knörzer/Schrenk (Hrsg.) Bildungswert des Sachunterrichts, Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn 2006
  • Ragaller S. (2001). Sachunterricht (darin: Prinzipien eines zeitgemäßen Sachunterrichts) Auer Verlag, Donauwörth 2001
  • Kaiser A. / Kirsten T. (2003). Handelndes Lernen im Sachunterricht – auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf? In: Cech/Schwier (Hrsg.) Lernwege und Aneignungsformen im Sachunterricht, Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn 2003
  • Möller, K. (2000). Kinder auf dem Wege zum Verstehen von Technik – Zur Förderung technikbezogenen Denkens im Sachunterricht. In: Hinrichs/Bauer (Hrsg.) Zur Konzeption des Sachunterrichts, Auer Verlag, Donauwörth 2000
  • KM [Hrsg.] (2004). Bildungsplan für die Grundschule, Bildungsstandards im Fach MNK Klasse 4